Praxistest: Panasonic Lumix DMC-G6 + Panasonic G Vario 14-140mm F3.5-5.6 ASPH. POWER O.I.S

Praxistest: Panasonic Lumix DMC-G6 + Panasonic G Vario 14-140mm F3.5-5.6 ASPH. POWER O.I.S

In der gehobenen Mittelklasse hat Panasonic mit der DMC-G6 viele Details verbessert, die der DMC-G5 noch fehlten. Der 16 Megapixelsensor ist in Eingangs-/Ausgangsdynamik weiter verbessert worden und das Rauschverhalten bei höheren ISO-Werten auf dem Niveau einer vergleichbaren D-SLR wie Nikon D5200 oder Canon EOS 700D angekommen. Je nachdem welche Motivsituation vorliegt, sind durchaus ISO-Werte im Bereich 1600 bis 3200 möglich, ohne dass das Farbrauschen zu stark wird. Der Rauschfilter greift bei höheren ISO-Werten allerdings recht stark ein und dies geht zu Lasten der Detailtreue in den Bildern. Wie schon die Vorgänger arbeitet die DMC-G6 in der Standardeinstellung mit kräftigen Farben und hohen Kontrasteinstellungen. Wer hier eingreifen möchte kann die Bildstile ändern und so die Intensität ändern, um eine neutralere oder kräftigere Farb- und Kontrasteinstellung zu erzeugen.

Der extrem schnelle und genaue AF sitzt punktgenau und arbeitet einwandfrei bei Tageslicht und Availablelightsituationen. Ob mit 23 automatischen AF-Feldern oder Einzelfeld. Ist die Motivsituation vom Fotografen richtig erkannt und das passende Feld ausgewählt, sind fehlfokussierte Bilder eine Seltenheit. Selbst im Serienbetrieb mit AF-C und 7 Bildern/sec gelingen sehr gute Ergebnisse mit wenig Ausschuss. Der sehr scharfe OLED-Sucher bietet 1,4 Millionen Bildpunkte und 100% Bildfeldabdeckung. Sehr sinnvoll ist die neue Peaking Funktion, die sowohl über den OLED Sucher als auch über das dreh- und schwenkbare Touchscreen funktioniert. Manuelles, punktgenaues Scharfstellen gelingt nun endlich. Einige Makroaufnahmen habe ich zu diesem Thema hinzugefügt.

Wie bei der Panasonic DMC-GH3 lassen sich 5 belegbare FN-Tasten bestimmten Funktionen zuordnen. So kann der Anwender für Ihn häufig verwendete Funktionen frei belegen. Das Einstellrad auf der Rückseite dient zum Verstellen der Belichtungssituation und kann durch Drücken auch zum Einstellen der +/- Korrektur verwendet werden. Über dem Auslöser befindet sich wie bei der G5 eine Wippe. Bei Verwendung von Powerzoom-Objektiven wie das GX PZ 14-42mm oder GX PZ 45-175mm dient die Wippe zur Zoomverstellung. Ansonsten kann man die Wippe ebenfalls mit der +/- Korrektur belegen. Die Belichtungskorrektur läßt sich bis in den Bereich +5/-5 einstellen. In der Bracketingfunktion lassen sich bis zu 7 Bilder in Abständen von 1 EV belichten. Diese Funktion ist sehr hilfreich für HDR Belichtungsreihen. Einen Anschluss für einen Fernauslöser, ob per Kabel oder Funk, läßt sich an der DMC-G6 anschließen.

Die DMC-G6 arbeitet im Videobetrieb mit Full-HD 1080 Vollbilder 50P oder interlaced mit 50i. Gespeichert wird in AVCHD oder MP4. Filmfans können mit 24 Vollbildern arbeiten. Der Videobetrieb ist über das Belichtungseinstellungswahlrad komplett manuell wählbar, so dass eine volle Kontrolle über die Aufnahmeeinstellungen möglich ist. Im Videobertrieb kann der AF Modus wahlweise nachführend automatisch oder erst nach Druck auf den Auslöser gesteuert werden. Die DMC-G6 verfügt über ein internes Mikro. Als externes Stereomikro habe ich das Bora MIC 3 verwendet. Es lieferte in Verbindung mit der GH3 einen sehr guten Ton. Über die G6 ist der Ton zusätzlich pegelbar.

Das Panasonic G Vario 14-140mm F3.5-5.6 ASPH. POWER O.I.S ist ein neues Objektiv im Panasonic Programm und verfügt über einen Zoombereich von 10x, der praktisch fast alle Motivsituationen abdecken kann. Im Vergleich zum bisherigen 14-140mm Mega O.I.S. ist die Optik im Weitwinkelbereich lichtstärker geworden und verfügt über einen noch besseren Bildstabilisator. Die sehr präzise und leise Innenfokussierung arbeitet sehr genau und fehlerhaft scharfgestellte Aufnahmen kommen praktisch nicht vor. Der Power O.I.S. Bildstabilisator erkennt langsame, als auch schnellere Verwacklungen noch präziser. Mit 7 Lamellen hat die Optik eine kreisrunde Blende und der Schärfenverlauf verläuft sehr weich und angenehm. Das 14-140mm Power O.I.S verzeichnet naturgemäß etwas mehr als kleinere Brennweiten. Trotzdem hält sich bei allen Brennweiten die Verzeichnung erfreulicherweise zurück. Im Weitwinkelbereich ist bei Offenblende die Vignettierung etwas stärker. Abgeblendet um 1-2 Stufen ist eine Randabdunklung nicht mehr zu erkennen. Schärfen und Kontrastwirkung des Power Zoom sind deutlich über dem Durchschnitt der Kit-Einstiegsobjektive. Mit einer Naheinstellung von 30cm ist das Reisezoom auch für den Nahbereich gut ausgestattet. Ich habe es zur Verbesserung des Nahbereichs mit einem Dörr DHG Achromat +5 kombiniert, um auch kleinste Motive noch besser zu erfassen. Bedingt durch den sehr geringen Abbildungsmaßstab erhöht sich massiv die Verwacklungsgefahr. Hier zeigte sich der neue Power O.I.S Bildstabilisator von seiner besten Seite und ermöglichte Freihandmakroaufnahmen, die ansonsten nicht möglich gewesen wären und die Verwendung eines Statives erfordert hätten.

 

Fazit:
Die DMC-G6 hält die richtige Balance zwischen einfacher, umkomplizierter Bedienung und guter Haptik. Sie bietet alle Ausstattungsmerkmale, die eine moderne Systemkamera braucht. Sowohl in der intelligenten Vollautomatik als auch den manuellen Einstellungen liefert die Kamera überdurchschnittliche Ergebnisse. Das Panasonic 14-140mm F3.5-5.6 ASPH. POWER O.I.S ist ideal für Anwender, die keine Optiken tauschen möchten. Bedienung und Handling des Objektives ist vorbildlich. Die Zoomeinstellung läuft leichtgängig und mit dem genau richtigen Widerstand. Die mechanische Verarbeitung ist der Preisklasse entsprechend sehr hochwertig. Im Videobetrieb ist die Optik flüsterleise und stört auch nicht das interne Mikrofon.

 


© Freilichtbühne Meppen

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